Mit sieben schnitzte ich die ersten Schiffchen aus
Holunderzweigen. Ich weiß das deswegen noch so
genau, weil ich mir mit dem Küchenmesser dabei
beinahe einen Daumen abgesäbelt hätte. Mit der
Erfahrung im Möbel- und Modellbau begann ich dann
vor zwanzig Jahren eine geräumige Werkstatt zu
errichten für mein erstes großen Boot.
(Mehr davon im Archiv)
Zur Zeit baue ich gerade mit und für meine Tochter
ein Stitch n´Glue Ruder-Dory von S. Devlin.
Dabei entstehen so nach und nach die einzelnen
Artikel dieser Seite.
Meine Idee ist u.a. zu zeigen, wie man mit den ein-
fachen Mitteln eines Heimwerkers und etwas Nach-
denken ebenso gute Ergebnisse erzielen kann, wie
mit teuren Grossgeräten. Jedoch sind für mich
beim Bootsbau eine kleine Kombi-Hobelmaschine, eine
präzise Tischkreissäge und eine Standbohrmaschine
unentbehrlich. Alles andere sind Handgeräte.
Die angegebenen Abmessungen gelten natürlich nur
für meinen Bedarf undsollen nur die Größenordnung
angeben. Ihre Meinung und Ihre Fragen dazu sind
willkommen und werden gerne beantwortet.
At age seven, I carved my first boats out of elder twigs.
I remember exactly, because I nearly cut off one of my
thumbs with a kitchen knife.
After gaining experience from building furniture and
models, I got started twenty years ago by building a
decently sized workshop in which I was going to build
my first large boat (more about it in the archive section).
Right now, I am building a Stitch ‘n’ Glue rowing dory
by S. Devlin for and with my daughter. In the process,
I am creating the articles on this page.
Part of my intention is to show how results that equal
those gotten with expensive industrial tools can be
achieved with some thinking and the means available to
a do-it-yourselfer. Nonetheless, I consider a small combi-
planing machine, a precise circular saw bench and a
standing drill to be essential for my boat building.
All other tools can be hand-held units.
The given dimensions worked for me, but are only meant
as a rough guideline. Your opinions and questions are
welcome, and I will do my best to answer them.
Ich wollte ein 17´ Ruder-Dory aus Sperrholz bauen, scheute aber das schweißtreibende
Schäften mit der Hand. Leider ist ja eine Sperrholzplatte keine siebzehn Fuß bzw.
fünf Meter lang.
Und so baute ich mir eine einfache und robuste Werkbank, um besser und schneller diese
Arbeit durchführen und später darauf das Boot bauen zu können.
Dazu nahm ich mir ein Brett so 2x20x500, das gerade in meinem Holzschuppen lag,
schnitt es in zwei Hälften und richtete eine Seite und eine Kante der zwei Teile auf der
Hobelmaschine ab und legte sie zur weiteren Bearbeitung auf zwei Böcke.
Entlang der abgerichteten Kante riss ich eine Linie mit 2,5 cm Abstand an
und befestigte die Teile miteinander mit Zwingen, mit der gehobelten Seite nach innen und
genau fluchtend.
Die ersten dreissig Zentimeter wurde schräg abgesägt und gehobelt im Verhältnis eins zu zehn.
Beginnnend an der Schräge wurde über beide Kanten eine Markierung gezogen bei 2 und 28 cm
für die späteren Haltestifte und bei 15, 90, 150 und 210 cm für die
Zwischenfächer.
Als nächstes mussten die Zwischenfächer aus einem ähnlichen Brett mit genau
gleicher Länge und im rechten Winkel auf der Tischkreissäge geschnitten werden.
Ich nahm als Maß 15 cm mehr als das Werkstück. So hatte ich später
noch Platz für Zwingen.
Die Seitenteile trennte ich jetzt wieder und verlängerte die Markierungen auf die Breitseite.
Auf dieser Linie bohrte ich Schraubenlöcher und schraubte die Fächer mit SPAX so an,
daß die abgerichtete Kante auf der entlanglaufenden Markierung lag.
Für die leichtere Justierung und Montage wurden die Teile vorher provisorisch mit Zwingen
befestigt.
Jetzt bekam die Werkbank Füße.
Ich nahm etwa 8x8 cm Kanthölzer, Überreste der Sperrholzverpackung, und schnitt vier
etwa 75 cm lange Teile zurecht. Ein Fuß klemmte ich mit der Zwinge in ein Eck und schraubte
es von zwei Seiten fest, nahm unter dem Rahmen einen Bock weg und klemmte den zweiten
Fuß so an, daß die Bank in der Waage stand und verschraubte auch diesen Fuß.
Geauso machte ich es auch am anderen Ende.
Zum Schluß wurde auf die Fächer eine zehn Millimeter starke und 2,5 m
lange Sperrholzplatte montiert, so breit wie die Sperrholzstreifen für den Bootsbau.
Mit einem Akku-Bohrer war die Montage schneller getan als jetzt ausführlich beschrieben.
Zwei feste 20 mm Eisenrohre wurden an beiden Enden durchbohrt passend
für 75 mm Nägel. Durch die Bohrungen hindurch wurde auf den Markierungslinien
vorgestochen und für die Nägel vorgebohrt. Von den eingeschlagenen Nägeln wurden
die Köpfe abgetrennt. So konnte ich die Rohre aufsetzen und bei Bedarf wieder abnehmen.
Als letztes mussten noch ca. 50 cm lange Führungsstangen aus Stahl (ø 8 mm} für die
Oberfräse geschnitten werden. Die mitgelieferten Stangen sind leider zu kurz.
Am besten dreht man Rundmaterial gleichmäßig beim Schneiden mit der Flex.
Vor dem Bau sollte eine Skizze der Vorrichtung gemacht werden, damit die Fräse genug
Platz hat und später keine Schrauben angefräst werden.
Das ist eine knifflige Angelegenheit !
Mach den Tisch vorher sorgfältig sauber von Spänen und Kleberreste.
Fixier das Schaftende mit Doppelkleber, wie er zum befestigen von Teppichen
verwendet wird. Löse die Platte aber langsam ev. mit Hilfe einer Heißluftpistole,
um Splittern des dünnen Endes zu vermeiden
Presse die Platte zusätzlich hinter den Rohren noch auf den Tisch.
Dazu hat sich ein kräftiges Alu-Profil ganz gut geeignet.
Nimm den Fräser nur an den Führungsstangen, sonst entstehen Stufen.
Die besten Resultate erhält man, wenn man links stehend an der Plattenkante beginnt
und ihr entlang zu sich zieht.
Ist der Schaft krumm, muß die Unterlage z.B. mit einem hochkant darunter befestigtem Brett
gerichtet werden. Ist er schief, werde die Rohre auf einer Seite etwas unterlegt.
Mit vor Lärm geschützten Ohren arbeitet es sich besser.
Die Werkbank war so stabil, daß anschließend das Dory darauf gebaut werden konnte.
Dazu wurden die Beine um zwanzig Zentimeter gekürzt, auf jeder Seite ein fünf Meter langes
Brett befestigt und eine ebenso lange OSB-Platte daraufgelegt.
Nebenbei, Bretter und OSB-Platten bekommt man am besten im Sägewerk bzw. in einer Zimmerei.
Wenn Platz gebraucht wird oder das Holz für etwas anderes genutzt werden soll,
kann das Ganze leicht wieder zerlegt werden.
Schrauben, Nageln ,Sandsäcke usw. zum Pressen einer Schäftfuge
haben mich nicht so recht überzeugt.
Also, das ist mein Rezept für einen gleichmäßigen Pressdruck
für eine überall geschlossene Leimfuge, die auch bei klarer
Lackierung nicht auffällt.
Zwei Balkenabschnitte (sie können sogar noch etwas kräftiger
sein)
werden mit vier ausreichend langen M10 Schloßschrauben
verbunden.
Der Zwischenraum , hier 6 cm, wird mit Kontermutter fixiert.
Dazu kommt eine lose Druckplatte aus 8 oder 10 mm Sperrholz etwas breiter
als die Schäftung ( im Bild weiter unten).
Die Druckbalken werden auf die Arbeitsplatte geschoben und dann das
untere
Sperrholzteil durchgezogen.
Weiter in Kurzfassung:
Anzeichnen der Lage der Druckplatte und Unterlegen einer PVC-Folie
Das obere Teil so in Position bringen, daß das zugeschärfte
Ende auf der
ganzen Breite leicht überlappt
Anzeichnen mit Bleistiftstrichen im spitzen Winkel über die
Fuge
Das obere Teil herausziehen, umdrehen und auf beide Teile Leim auftragen
Leimflächen aufeinanderlegen und das obere Teil in die angezeichnete
Lage bringen
Bei Stitch´n Glue-Bauweise auch auf seitliche Fluchtlinie achten
Beide Platten mit Zwingen gegen Verrutschen sichern
Zweite PVC-Folie und Druckplatte
dazwischenschieben
Beim ersten Einsetzen der Keile muß die verrutschte Druckplatte
noch ein paarmal
zurechtgerückt werden.
Mit Gefühl werden die weiteren Keile eingeschlagen. Zwei größere
Zwingen
unterstützen die Druckbalken.
Seitlich verschiebbare Keile müssen noch nachgeschlagen werden.
Wie schneidet man Sperrholzplanken mit sauberem Kurvenschnitt in einem
Arbeitsgang zu?
CAD-gestützte Zuschneidetische sind für Einzelbauten auf jeden
Fall viel zu teuer.
Deshalb wollte ich die Straklatte direkt als Schnittschablone verwenden.
Aber mit welchem Gerät?
Die Einsätze von Oberfräsen werden zu schnell stumpf und
Handkreissägen
haben für Kurvenschnitte zu große Blätter.
Ich besorgte mir eine Flachdübel- oder Schattenfugenfräse
mit einem Fräsblatt-
durchmesser von 10 cm und einer Schnittbreite von 4 mm.
In das Aluminiumgehäuse wurden Gewinde geschnitten
und ein abgerundeter Hartholzklotz aufgeschraubt.
Zwei Rundkopfschrauben auf jeder Seite können entsprechend
der Schnittkurve justiert werden.
Mit dem Zirkel wurden um die Kurvenpunkte der Abstand zwischen Fräser
und Holzklotz aufgetragen.
Die Straklatte wurde an diese Markierung angelegt und von aufgeschraubten
Leistenabschnitten gehalten.
Ein eingeklebtes Stückchen Sandpapier sichert vor dem Verrutschen.
Mit dieser Methode gelangen viele Meter exakter Kurvenschnitte
in OSB-Platten (siehe music-bowl.com)
und in Bootsbausperrholz bis zu einer Stärke von 20 mm.
Diese Drahtschlingen lassen sich nach dem Verleimen nur noch heiß
entfernen.
Das Erhitzen mit der Lötlampe wurde mir etwas zu umständlich
und zeitraubend.
Und noch dazu ärgerte ich mich über so manchen Brandfleck.
Ich hab daher für diesen Zweck meinen Heißschneider, mit
dem ich sonst meine Leinen durchtrenne, umgebaut.
An alle drei Adern der Kabel wurden je ein Stück 3 mm Kupferdraht
aus einem Verlegekabel und eine Klemme angelötet.
Die eine Klemme ist einfach mit Eisendraht an der Zange gegen Abrutschen
gesichert.
Drei bis fünf Sekunden Erhitzen genügen um eine Drahtschlinge
aus dem abgehärteten Epoxy zu ziehen.
Für stabilere Teile wie Heck und Kiel musste das dünne Sperrholz
der Planken lamelliert werden.
Wie verteilt man den Preßdruck gleichmäßig auf die
Platten
beim Verleimen und - vor allem - wie bleiben sie eben?
Da auch ich keine Furnierpresse besitze hab ich mich so beholfen:
Dachlattenabschnitte wurden hochkant auf gleiche Dicke gehobelt
und gitterartig auf und unter die Platten vor dem Verleimen gelegt.
So wurde der Druck der Schraubzwingen gleichmäßig verteilt
und das Ergebnis danach war ein gerades Stück Sperrholz.
Mit einem krummen Kiel hält man ja auch schlecht Kurs.
Ich wollte die Süllleisten des 17` Dorys nicht verschrauben.
Ich meine, daß eine Verleimung mit Schraubendruck nur eine
Notlösung ist. Und schön sehen die vielen Schrauben auch nicht aus.
Doch die nötige Menge Schraubzwingen hätten den Rumpf aus
dünnem Sperrholz sicher verformt.
Die simplen Holzzwingen auf dem Foto sind aus Hartholz
ca. 20x30x150 mit je einer Schloßschraube 6x90 mit einfacher Mutter
und 6x60 mit Flügelmutter, dazu Beilagscheiben.
Ohne Fleiß kein Preis !
Der Anpreßdruck war völlig ausreichend und das langsam abbindende Epoxydharz ließ genug Zeit zum Anlegen der Zwingen.
Die Mehrzahl meiner Bootsbaupläne sind aus den Staaten
mit Maßangaben in Fuß, Zoll und Achteln.
Der Einfachheit halber hab ich mir ein Maßband mit
Zolleinteilung und einen drei Fuß langen Zollstock besorgt.
Die Schiebelehre hatte ja schon beide Skalen eingraviert.
Warum sich das Leben also schwer machen und alles umrechnen!
Was tun, wenn das Epoxidharz an einer Stelle
ausnahmsweise nicht kleben soll?
Die angebotenen Wachsprodukte sind für Holz
eher nicht geeignet, da für eine spätere
Lackierung oder Leimung die Oberfläche verdorben ist.
Die üblichen Abklebestreifen haften leider auch am Harz.
Zuverlässig lässt sich PVC-Folie entfernen:
Plastiktüte, Baufolie, Tesa-Film oder wie bei dem
komplizierten Formteil für einen Windgenerator
breitere Paketklebestreifen.
Parting Agent for Epoxy
What to do, if there is a spot on which
the epoxy resin is not supposed to stick?
Wax is unsuitable, because it spoils
the wood's surface for painting or gluing.
Common masking tape, unfortunately,
adheres to resin.
I have found PVC film to be reliably removable:
Use a plastic bag, weather sealant, or, as I did,
in the case of this difficult part for a wind-driven
generator, packaging tape.
Von meinem geplanten Boot wollte ich ein Modell bauen.
Und so kamen die Risse ohne zeitraubendes Maßnehmen;
und Zeichnen direkt auf das Sperrholz.
Die Originalpläne hatte ein Copyshop gescannt und
auf eine CD gebrannt. Daheim wurden die einzelnen
Teile mit einem Grafikprogramm nach Bedarf vergrößert und
im Copyshop wieder davon ein Laserdruck gemacht.
So geht´s:
Der Druck wird umgedreht auf das Sperrholz plaziert und mit
einem Gewicht fixiert. Mit einem mit Aceton getränkten
Läppchen wird das Papier befeuchtet. Mit kräftigerem Druck
werden die jetzt gut sichtbaren Linien nachgefahren.
Dabei muss natürlich die andere Hand das Blatt halten.
Fertig!
Die Teile können jetzt grob ausgesägt und mit dem
Hobel oder der Schleifscheibe exakt nachgearbeitet werden.
Transfer Drawings onto Plywood
I wanted to build a model of a boat I am planning to build.
This is how I transferred the drafts directly onto the plywood
without time consuming measuring and drawing.
A copy shop scanned the original plans and burned them on a CD.
At home, individual parts were blown up with imaging software
as needed from which the copy shop made another Laser Print.
This is how it’s done:
Lay the printout face down on the plywood and arrest it with a weight.
Moisten the paper with a small cloth soaked in Acetone.
Trace the more visible lines with strong pressure.
You have to hold the paper with your other hand, of course.
Done!
Now you can coarsely cut out the parts and finish them
with a planer or a sanding disk.